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In der Blockchain-Schaufensterregion Mittweida arbeiten die Stadt Mittweida, die Hochschule und die Volksbank daran, innovativen Ideen zur Nutzung der Blockchain-Technologie auf die Beine zu helfen. Grafik: Blockchain-Schaufensterregion Mittweida

Ob soziale Plattform, Wissensvermittlung, Verwaltung oder Finanzwesen – das Jahr 2020 war für die Blockchain-Schaufensterregion Mittweida ein sehr wichtiges und ereignisreiches. Im Rahmen dieses WIR!-Projektes (Wandel durch Innovation in der Region) fördert der Bund innovative Blockchain-Ideen, welche die Technologie auf andere Bereiche als die der Kryptowährung anwenden. Ziel ist es, den regionalen Strukturwandel zu fördern. Seit dem Start des Vorhabens gingen mehr als 50 Projekt-Ideen bei der Blockchain-Schaufensterregion Mittweida ein.

Im Frühjahr gab der Beirat grünes Licht für die ersten Projekte des WIR!-Förderprogramms. In den vergangenen Monaten wurden insgesamt acht Projekte genehmigt, von denen sich bereits fünf in der Umsetzungsphase befinden. Zeit für einen Jahresrückblick.

Als erstes Vorhaben startete das Projekt „WIR! in der Region“ Anfang September in die Umsetzungsphase. Hierbei soll eine soziale Plattform für die regionale Bevölkerung entstehen, die zum Austausch und zur gegenseitigen Hilfeleistung dienen soll. Bürger können sich über eine App einloggen und Dienstleistungen in Auftrag geben oder annehmen, um so das soziale Miteinander zu stärken. Die einzelnen Profile werden dabei auf einer Blockchain gespeichert, was die Plattform manipulationssicher macht.

Bereits einen Monat später folgen die Projekte „Blockchain Academy“ und „Dienstleistungskonsortium für Tokenemission und Wertpapiere auf der Blockchain“. Im ersten Umsetzungsprojekt werden Kurse zur Wissensvermittlung und Ausbildung von Blockchain-Experten entwickelt. Auch die Vernetzung untereinander ist Bestandteil des Gesamtkonzeptes.

Das Tokenisierungs-Projekt arbeitet an einem Dienstleistungskonsortium, das Unternehmen bei der Emission von Wertpapieren auf der Blockchain unterstützen kann. Unternehmen und Privatpersonen soll es ermöglicht werden, in Token zu investieren, um beispielsweise einen Anteil an einer Immobilie zu erwerben.

Im November 2020 startete das Projekt „Blockchain Breitenkompetenz für die Schaufensterregion Mittweida“ in die Umsetzungsphase. Ziel ist es, der regionalen Bevölkerung das Wissen über die Blockchain-Technologie näher zu bringen und auszubauen. Neben Befragungen soll dies über kleine Informations- und Lerneinheiten geschehen.

Im Dezember schließlich konnte das Projekt „ECHT!“ starten, bei welchem Originaldokumente mit der Blockchain-Technologie verbunden werden. Die Echtheit von Urkunden, Zeugnissen, Zertifikaten und Ähnlichem kann so schnell und problemlos bestätigt werden. Betrugsversuche, etwa im Rahmen einer Bewerbung, gehören damit der Vergangenheit an.

Auch im kommenden Jahr werden weitere Projekte in die Umsetzungsphase starten, um die Blockchain-Technologie auf innovative Art und Weise auf andere Bereiche als die der Kryptowährung anzuwenden. Vorhaben zu fälschungssicheren Schulungsvideos und einer Sharing-Plattform für elektrische Fahrzeuge stehen ebenso in den Startlöchern wie ein Projekt, dass es künftig unmöglich machen soll, im E-Sports-Bereich bei Wettkämpfen zu manipulieren.

Diese acht Projekte werden mit insgesamt rund 3,82 Millionen Euro gefördert – und der Fördertopf ist noch nicht leer. Weitere Ideen warten darauf, dem Beirat vorgestellt zu werden, darunter etwa ein System zur automatisierten Abwicklung von blockchain-basierten Vollmachten oder ein weiteres zur dezentralisierten Risiko-Absicherung. Auch im kommenden Jahr werden weitere innovative Ideen zur Nutzung der neuartigen Technologie in der Blockchain-Schaufensterregion Mittweida entwickelt.

Interessierte finden unter hier weiterführende Informationen zu allen bisher gestarteten Umsetzungsprojekten.

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