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Jacob Friedrich spricht über die Grundlagen der Blockchain-Technologie. Foto: Peter Müller

„Blockchain-Technologie für Mittelsachsens kleine und mittlere Unternehmen“ – unter diesem Motto lud die IHK Chemnitz Regionalkammer Mittelsachsen am 3. September 2020 zum Technologiestammtisch im Technologiepark Mittweida ein. Unternehmer unterschiedlicher Branchen versammelten sich im Konferenzsaal oder schalteten sich per Live-Stream zu. Themenschwerpunkt der Veranstaltung waren die aktuell umgesetzten Anwendungsfälle der Blockchain-Technologie und somit lebendige Beispiele für die teilnehmen Unternehmensvertreter.

Nach einem einleitenden Grußwort des Mittweidaer Oberbürgermeisters Ralf Schreiber folge der ins Thema einführende Vortrag von Jacob Friedrich, Leiter des Blocktech.Instututes in Dresden. Er informierte über das Basisvokabular, die Grundlagen der Blockchain-Technologie und potentielle Anwendungsgebiete.

Anschließend stellte Michael Ascheron, Clustermanager der Blockchain-Schaufensterregion Mittweida, das vom Bund geförderte Projekt vor. Dort können Unternehmen, die eine Idee zur Umsetzung der Technologie haben, eine Förderung beantragen und sich mit Kooperationspartnern vernetzen. „Wir haben es geschafft, dass sich Mittweida neben den größeren Zentren wie Dresden und Leipzig einen anerkannten Namen in der Branche gemacht hat“, so Ascheron.

Ihm folgte ein Vortrag von Franziska Ruppert von der IHK für München und Oberbayern. Sie stellte ein Umsetzungsprojekt vor, bei dem seit diesem Monat die IHK-Abschlusszeugnisse auf einer Blockchain fälschungssicher digital abgelegt werden. Unternehmen und Behörden können so jederzeit und überall überprüfen, ob das Zeugnis eines Bewerbers echt ist.

Frank Theeg, Chef von authentic.network, nahm die Zuhörer auf einen anderen Kontinent mit. Die Firma arbeitet derzeit mit Regierungsorganisationen und Medikamentenherstellern in Afrika zusammen. „Dort gibt es sehr viele Malariaerkrankungen, aber auch sehr viele gefälschte Medikamente“, so Theeg. Das Unternehmen verknüpft per Druck- oder Klebeverfahren einen individualisierten Marker auf Medikamentenpäckchen mit der Blockchain. Der Endverbraucher kann anschließend mit Smartphone und App prüfen, ob das Medikament ein Originalpräparat ist. Theeg: „Wir wollten eine ganz einfache und leicht zu bedienende Lösung, die sich am Endverbraucher orientiert.“

Zum Abschluss gab Jonas Bentke von Blockchains (ehemals slock.it) einen Einblick in andere Nutzungsmöglichkeiten. Die Firma produziert Mini-Chips, die sich beispielsweise in Sensoren einbauen lassen. Die Geräte übertragen ihre Messdaten direkt auf eine Blockchain, ohne auf zwischengeschaltete zentrale Server angewiesen zu sein. Damit verbleiben die Daten beim Eigentümer der Geräte, ohne von Datensammlern, wie Google, Amazon oder Facebook abgefischt zu werden.

Der Technologiestammtisch wurde sowohl von den Anwesenden als auch von den Live-Zuschauern äußerst positiv aufgenommen. Im Anschluss diskutierten die Teilnehmer über die Blockchain-Technologie und knüpften neue Kontakte.

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