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Grafik: Das Ethereum-Netzwerk steigt auf das stromsparende Staking-Verfahren um.

Das sogenannte Staking wird immer populärer auf dem Krypto-Markt. Dabei setzen Krypto-Halter ihre Coins dazu ein, die Blockchain fortzuschreiben – im Gegenzug erhalten sie eine Belohnung. Wie funktioniert das?

Vereinfacht ausgedrückt verwenden die Krypto-Besitzer ihre Coins um neue Blöcke zur dazugehörigen Blockchain hinzuzufügen, und bekommen im Gegenzug eine Belohnung.

Das Staking-Prinzip funktioniert ausschließlich bei Coins, die auf dem Prinzip „Proof of Stake“ (PoS) basieren. Der Bitcoin gehört nicht dazu, da er über den Mechanismus „Proof of Work“ (PoW) fortgeschrieben wird. Die Meiner arbeiten dabei gemeinsam an einer mathematischen Gleichung, setzen dafür reichlich Rechenleistung ein, und wer zuerst die Lösung findet, darf den nächsten Block zur Blockchain hinzufügen.

Statt Rechenleistung bieten Nutzer bei PoS dem Protokoll bestehende Münzen als Sicherheit an. Diesen Anteil an der jeweiligen Kryptowährung („Stake“) können die Nutzer für eine bestimmte Zeit auf der Blockchain sperren. Dadurch bekommen sie das Recht, als sogenannte Validatoren neue Blöcke hinzuzufügen. Per Zufallsprinzip bestimmt dann das Protokoll, wer den nächsten Block validieren darf. Dabei ist die Chance ausgewählt zu werden umso höher, je mehr Coins man eingesetzt hat.

Zu den Währungen, die gestaked werden, gehören unter anderem Cardano, Polkadot und Ethereum 2.0, das Blockchain-Update von Ethereum. Ihre Rewards (Belohnung) unterscheiden sich deutlich: Bei Cardano liegt die Belohnung fürs Staking derzeit bei 7,26 Prozent des gestakten Kapitals, bei Divi sind es fast 30 Prozent.

Der Reward muss hoch genug sein, um Anleger zum Staken zu bringen. Er darf jedoch nicht so hoch sein, dass zu viele Coins entstehen, weil das die Inflation anheizen würde.

Der Reward wird nicht in Euro, sondern in der jeweiligen Kryptowährung angegeben. Deren Kurs kann schwanken. Bricht der Wert einer Währung ein, während man Coins festgeschrieben hat, steht man womöglich schlechter da, als wenn man seine Coins verkauft und Kursgewinne realisiert hätte. Während Coins gestaked sind, kann man in der Regel nicht darüber verfügen, sie also auch nicht verkaufen, wenn der Kurs einen neuen Rekordstand erreicht.

Noch werden Transaktionen im zweitgrößten Blockchain-Netzwerk „Ethereum“ durch Proof of Work (=Mining) gerechnet. Die Miner werden dann mit den neuen ETHs belohnt. Bald soll auch das Ethereum-Netzwerk nicht mehr durch stromraubenden „Proof of Work“, sondern durch „Proof of Stake“ abgesichert werden.

Wer Staking von Ethereum 2.0 betreiben möchte, benötigt die Software zur Blockchain, 32 Ether-Münzen (der Kurs steht momentan bei 3.100 Euro) und einen handelsüblichen Computer, um bei Validierung der Transaktionen zu helfen. Außerdem kann man sich einem Staking Pool anschließen, um zusammen mit anderen Coin-Besitzern die Transaktionen zu Validieren. Diese Vorgehensweise soll nur Bruchteile jener Strommenge benötigen, die das Ethereum-Netzwerk heute benötigt. Der geschätzte Energieverbrauch der Blockchain unter Proof of Stake soll dann auf 2,62 Megawatt fallen, was eine Verringerung um 99,95 Prozent bedeuten würde.

 Die Ethereum Fundation, die für die Koordination des Netzwerks zuständig ist, plant angesichts der harten Kritik an Krypto-Assets und ihrem umweltschädlichen Stromverbrauch das Update mit Proof of Stake bis Ende 2021 abzuschließen.

 

 

Quellen:

https://financefwd.com/de/kryptowaehrungen-staking/

https://www.trendingtopics.at/ethereum-soll-vor-ende-2021-auf-stromsparendes-proof-of-stake-umgestellt-werden/

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