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Die Blockchain-Technologie und entsprechende Apps geben dem Endverbraucher eine sichere Aussage über die Qualität eines Produktes. Bild: photocreo

Fairer Handel und ein transparenter Herkunftsnachweis sind nicht nur Qualitätsmerkmale, sondern geben den Endverbrauchern auch die Sicherheit, dass das Produkt ein Original ist und die Produzenten nicht unter den Arbeitsbedingungen leiden. Dennoch können die entsprechenden Nachweise und Siegel gefälscht werden, ohne dass der Verbraucher etwas davon merkt.

Die Lösung für dieses Problem ist bereits gefunden: die Blockchain-Technologie. Mit deren Hilfe lassen sich Daten manipulationssicher online ablegen – etwa woher die Bestandteile eines Produktes kommen, ob eine Kühlkette aufrechterhalten wurde oder ob es sich beim Produkt um ein Original handelt.

Gerade in der Pharmaindustrie spielt die Echtheit eines Produktes eine wichtige Rolle. Doch für den Endverbraucher ist oft nicht ersichtlich, ob beispielsweise Tabletten ein Original oder eine Fälschung sind. Die Chemnitzer Firma authentic.network hat den Tabletten-Fälschungen den Kampf angesagt. Ein kleiner grüner Haken auf der Verpackung, der per Smartphone ausgelesen werden kann, repräsentiert die Echtheit des Produktes. Aktuell wird diese Technologie bei Malaria-Medikamenten in Afrika eingesetzt. Wie wichtig sie ist, beweisen die Zahlen: In manchen Entwicklungsländern sind knapp zwei Drittel der Medikamente keine Originale und etwa 200.000 Menschen sind bereits an den gefälschten Medikamenten verstorben.

Aber auch andere deutsche Unternehmen haben den Vorteil der Blockchain bereits für sich entdeckt, so etwa das Tech-Unternehmen Ourz aus Hamburg, das sich auf Lieferketten-Management spezialisiert hat. Mit Hilfe von QR-Codes, die mit der hauseigenen App ausgelesen werden können, wird die Lieferkette für den Endverbraucher transparent. Aktuell ist die Technologie etwa bei einer Kaffee-Sorte im Einsatz, die von Frosta-Chef Felix Ahlers gegründet wurde.

Bei der Verwendung der Blockchain-Technologie sind allerdings gewisse Hürden zu überwinden. „Die größte Herausforderung bei der blockchain-basierten Nachverfolgbarkeit von Lieferketten ist das notwendige Vertrauen in die Korrektheit der Daten aus der realen Welt, die manuell oder automatisch der Blockchain zur Verfügung gestellt werden müssen“, so Prof. Andreas Ittner von der Hochschule Mittweida „Einmal in der Blockchain, können diese Daten nicht mehr verfälscht und manipuliert werden. Die Sicherheit ist gewährleistet. Aber was passiert unmittelbar davor? Hier könnten (beabsichtigt oder unbeabsichtigt) fehlerhafte Daten gemessen, erhoben und in die Blockchain eingespeist werden.“ Für diese Probleme gebe es allerdings Lösungsmöglichkeiten: „Um dies zu verhindern, hilft auch hier Redundanz (z. B. bei Sensoren) oder das bewährte 4-Augen-Prinzip mit regelmäßig wechselnden menschlichen Akteuren.“

Mit der Lieferkettenverfolgung ist das Potential der Blockchain-Technologie jedoch längst nicht ausgeschöpft. Dies beweisen die zahlreichen Projekte, die im WIR!-Programm „Blockchain Schaufensterregion Mittweida“ von BMBF gefördert werden. Neben Mobilitätskonzepten und sozialen Plattformen geht es dabei auch um Nutzungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie im Finanzsektor und zum Nachweis von Zertifikaten.

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